Auswanderer aus Hagenburg


nach Heinrich Rieckenberg und Heike Matzke


Als Folge von Industrialisierung und Modernisierung, sowie der damit einhergehenden Auflösung traditioneller ländlicher und städtischer Strukturen, schwoll die Bevölkerung im 19. Jahrhundert dramatisch an. Eine erste Auswanderungswelle erfasste Deutschland in den 1850er Jahren, die ihren Höhepunkt 1854 erreichte, als 215.000 Menschen ihre Heimat verließen. Insgesamt waren es in diesem Jahrzehnt fast 1,3 Millionen Menschen, die nach Übersee gingen, um Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit und Hungersnot zu entgehen.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Norddeutschland zum Hauptauswanderungsgebiet. Allein 1853 verließen 58.111 Auswanderer weserabwärts ihr Vaterland. Auch im Schaumburger Land setzte zu diesem Zeitpunkt eine Auswandererbewegung nach Amerika ein.

Gründe hierfür waren Missernten, wie z. B. im Jahre 1840, vor allem im nördlichen Teil Schaumburgs. Auch aus dem Jahre 1847 wird über einen langen, harten Winter berichtet - der Vernichtung von viel Saat folgt Hungersnot. Auch gab es hier keine Industrie und die Landwirtschaft vermochte die zunehmende Bevölkerung nicht zu ernähren.

Vor allem die Unterklassen, Klein- und Armbauern, ländliche Tagelöhner, Arbeiter und Handwerker befanden sich in schwieriger sozialer Lage und fuhren auf der Weser über Bremen nach Bremerhafen, um den Schritt eines Neuanfanges in der Neuen Welt zu wagen.

Eine Vielzahl von Schaumburger Auswanderern fanden sich im Bundesstaat Illinois in der Nähe von Chicago, einer sehr „deutschen“ Stadt zusammen; in einem Ort, den man damals „Sarah's Grove“ nannte. Es wird berichtet, dass in einer lebhaften „Townversammlung“, die zwischen 1851 und 1854 stattgefunden hat, über eine neue Namensgebung beraten wurde. Dabei hat der aus Reinsdorf stammende Fritz Nerge ausgerufen: „Schaumburg schall et heiten“ - und so geschah es dann auch.


Aus Hagenburg verließen folgende Personen Ihre Heimat (vollständige Liste – beinhaltet auch Abwanderung in benachbarte Landkreise):



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