Auhagen


Kirchspielzugehörigkeit


Auhagen und seine Einwohner gehören spätestens seit Beendigung des 30-jährigen Krieg zum Kirchspiel Bergkirchen. Hier sind seit Beginn der erhaltenen Kirchenbücher ab dem Jahre 1648 alle Heiraten, Taufen und Beerdigungen schriftlich hinterlegt.


Den Kirchenrechnungsbüchern Bergkirchens anno 1620 kann man entnehmen, daß die Auhäger Hans Borgers, Johan Meyer, Hinrich Klutentreter Pfennigzins und Hans Hardtman zwei Himbten Haferzins an die Kirche Bergkirchen zahlen mußten.


In früheren Jahren hat es jedoch auch in Auhagen eine Kapelle gegeben. Dieses wird ersichtlich aus dem Landsteuerregister von 1544 in dem Heinrich Krevet, Hans Thurna und Henrich Bellerßen mit insgesamt 4 ½ Morgen gegenüber „der Capell zu Auhagen“ zehntpflichtig waren.


Die Dorfbeschreibung Auhagens von 1750 berichtet darüber, daß die Kapelle im 30-jährigen Krieg zerstört wurde und die Auhäger daraufhin nach Bergkirchen eingepfarrt wurden, wo sie dann auch begraben wurden. Alten Überlieferungen zufolge gab es zuvor auch einen Friedhof in Auhagen, der neben dem Hof von „Hachmess“ (Kastning Nr. 22 – heute Vor den Toren 44) gelegen haben soll. Sollte sich dieses bewahrheiten müßte auch dort die ehemalige Kapelle gestanden haben. Die zugehörigen Ländereien fielen später den Besitzern als Erbeigentum zu und waren fortan steuerpflichtig gegenüber dem Amt Sachsenhagen.


Nachdem der jüngste Bruder Napoleons, Jérome (Hieronymus), das im Jahre 1807 neu errichtete Königreich Westphalen auch das Kurfürstentum Hessen einverleibt hatte, wurde Auhagen zusammen mit seinem Nachbardorf Düdinghausen, im Jahre 1811 nach Sachsenhagen eingepfarrt. 1815 konnten jedoch die Bewohner der Dörfer zusammen mit dem damaligen Pastor Wollbrecht ihren Wunsch durchsetzen, in die Kirchengemeinde Bergkirchen zurückzukehren. Eine Abschrift der Trauungen in Sachsenhagen von 1811 - 1815 finden Sie hier.


Einen eigenen Friedhof bekam Auhagen erst 1940 wieder, der im Jahre 1965 auch mit einer Kapelle versehen wurde.


Die erste Beerdigungsfeier in der neuen Kapelle sollte für Frieda Blume gehalten werden. Der damalige Bürgermeister Wilhelm Blume lehnte dieses jedoch ab, da die Kapelle zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeweiht war.




Bis zur Fertigstellung der Kapelle wurden die Trauerfeiern im Hause des Verstorbenen abgehalten.


Thürnaus Marie durfte sich auf dem Auhäger Friedhof eine Grabstelle aussuchen, weil der Friedhof auf Thürnaus Land entstanden ist. Zwei Auhäger, die noch vor der Fertigstellung des Auhäger Friedhofes in Bergkirchen beerdigt wurden, hat man bei Nacht nach Auhagen umgebettet.


Seit 1990 gehört Auhagen wieder der Kirchengemeinde Sachsenhagen an. Einige Auhäger blieben jedoch der Kirche ihrer Vorväter treu und stellten dementsprechend einen Antrag, um weiterhin in der Kirche Bergkirchen bleiben zu können.


Quellen: Kirchenrechnungsbuch Bergkirchen, Kirchenbuch Bergkirchen, Landsteuerregister 1544 StAB, Dorfbeschreibung Auhagen StAB, Dorfchronik Auhagen, Heimatkunde des Fürstentums Schaumburg-Lippe von W. Wiegmann


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