Sachsenhagen


Elisabeth Kirche


Bis zur Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1650 gab es in Sachsenhagen noch keine eigene Kirche. Der südliche Teil Sachsenhagens bis an die Aue gehörte zum Kirchspiel Lindhorst, der nördliche zu Bergkirchen. Diese Regelung war bereits 1391 in Minden getroffen.


Als Gräfin Amalie Elisabeth zu Hessen die Genehmigung zum Bau einer Kirche erteilte, wurde kurz darauf mit der Erbauung einer Saalkirche im Stil der Gotik begonnen, die von 1663 bis 1676 andauerte. Bei Einweihung der Kirche konnte die erste Predigt jedoch schon im Jahr 1671 durch Pastor Schweer gehalten werden.




Die Kirche hat eine Halle mit einem breiten dreischiffigen Langhaus und fünfseitig geschlossenem Chor. Auf dem Westgiebel befand sich vor Erbauung des Turmes zuerst ein einfaches Steinkreuz. Die Glocken der Stadt hingen im Dachreiter des kleinen Rathauses.


Einen richtigen Turm bekam die Kirche jedoch erst 1976 und wurde von Frau Elisabeth Tunner-Hartmann gestiftet.

Die Ausstattung der Kirche ist im barocken Stil und entstand im wesentlichen im 17. Jahrhundert.





Im Zentrum des zweigeschossigen Altaraufsatzes von 1679 befindet sich ein Tafelgemälde mit der Darstellung des Abendmahles, welches von gekuppelten ionischen Ziersäulen und einem verkröpften Gebälk mit Schweifwerkgarnierungen gerahmt ist. Im kleineren, darüber befindlichen Bild wird die Ölbergszene dargestellt. Gekrönt wird der Altar mit Kruzifix und Puttifiguren.


Das kelchförmige Taufbecken hat einen Fries mit plastischen Engelsköpfen.

Ihre erste Orgel bekam die Kirche im Jahr 1696. Diese stand damals hinter dem Altar und verdeckte das mittlere Chorfenster fast 200 Jahre lang. 1886 jedoch hatte sie ihren Dienst getan und wurde gegen eine neue ersetzt, die zugleich auch ihren neuen Platz an der Westseite der Kirche bekam.




Die Kanzel steht vom Altar aus gesehen am ersten Pfeiler links und ist in demselben Holzschnitzstil gehalten wie der Altar.


Geziert ist sie mit plastischen Evangelistenfiguren, wie Mätthäus, Markus und Lukas. Auf dem Schalldeckel steht eine männliche Figur, die wahrscheinlich Johannes den Täufer darstellt. Unter dem Schalldeckel befindet sich eine Taube, als Symbol des heiligen Geistes.


Hier noch einige Bilder rund um die Kirche, wie alte Grab- und Gedenksteine, Glocke, Friedhof und Kapelle.




Quellen: Kirchen in Schaumburg (Werner Bentrup, 1987 / Kirche in Schaumburg-Lippe (Stiftung Landeskirchliche Baupflege, der Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe, 1995) / Sachsenhagen - Burg, Flecken, Stadt (Heinrich Munk, 1984) / Samtgemeinde Sachsenhagen (Informationsbroschüre, 2003) /


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